Mausetal - Radenbeck
Lage: Radenbeck
Größe: 2,6 ha
Ausgangsbiotop: Acker-, Laubwald- und Wasserflächen
Entwicklungsziel: ökologische Aufwertung der Still- und Fließgewässer (Mausebach), Entwicklung von Extensivgrünland und Heckenstrukturen
im Besitz seit: 2024
Naturschutzprojekte auf der Fläche:
Lebendiger Bach im Erlenwald
März 2026 - Naturnahe Entwicklung am Mausebach
Obwohl der Mausebach im Bereich unserer Stiftungsfläche einen natürlich mäandrierenden Verlauf hat, beeinträchtigen frühere Entwässerungsmaßnahmen die Aue und Sandeinträge schränken die ökologischen Funktionen des Gewässers ein.
Ziel unseres Projekts ist es daher, die ökologische Vielfalt im und am Bach zu steigern sowie die Wasserqualität zu verbessern. Im Fokus stehen eine größere Strukturvielfalt, weniger Erosion im angrenzenden Erlenwald und die Förderung der Ufervegetation. Durch die Anhebung der Gewässersohle soll der Erlenbruch wiedervernässt und der Bach besser an seine Aue angebunden werden. Die Maßnahmen knüpfen an bereits erfolgte Renaturierungen an und stärken den Bach als wichtigen Wanderkorridor und Biotopverbund.
Kies und Totholz für mehr Leben im Bach
Verschiedene Kieskörnungen schaffen ein stabiles, aber lebendiges Sohlsubstrat mit abwechslungsreichen Strömungszonen. Der Kies fördert eine natürliche Geschiebedynamik, reduziert Sandtrieb und dient Fischen als Laichplatz. Gleichzeitig verbessert er durch seine Filterwirkung die Wasserqualität und Sauerstoffversorgung. Eingebrachtes Totholz lenkt die Strömung, schafft Verstecke für Wassertiere und vergrößert besiedelbaren Lebensraum.
Ruhige Zonen und neue Uferstrukturen
Parallel zum Ufer eingelegte Erlenstämme schaffen Stillwasserbereiche – ruhige Rückzugsorte, die nur bei Hochwasser durchströmt werden. Breitere Abschnitte werden durch gezielte Einengungen gegliedert, was für eine abwechslungsreiche Strömungsdynamik sorgt. An ausgewählten Stellen werden Ufergehölze ausgelichtet, damit mehr Licht ans Wasser gelangt, auch am Ufer eines angrenzenden ehemaligen Fischteiches.
Schutz vor Sandeinträgen und Wiedervernässung des Waldes
Seitliche Gräben, die den Erlenbruch entwässern, werden mit Kies und Totholz abgefangen, um Sedimente bereits vor dem Eintrag in den Bach zurückzuhalten. Dämme aus Baumstämmen und Kies stauen die Abflüsse aus dem Erlenbruch, sodass der Wasserstand allmählich steigt und die Wiedervernässung des Waldes einsetzt. Strukturreiche Bereiche mit wertvoller Wasservegetation bleiben dabei vollständig erhalten.
Ein Gewässer mit Zukunft
Langfristig werden natürliche Prozesse die positiven Effekte weiter verstärken: durch die Anpassung der Vegetation an veränderte Wasserstände im Erlenbruch und die eigenständige Ausbildung neuer Kleinstlebensräume im Gewässer.
Die Umsetzung dieser ökologischen Auftwertung wurde ermöglicht durch die finanzielle Unterstützung der Ingrid und Wilfried Hoppe Stiftung Naturschutz.
Erstes Projekt in Radenbeck: Nachhaltige Flächenpflege mit Mehrfachnutzen
Im Winter 2025 realisierte die Naturschutzstiftung Landkreis Lüneburg auf ihrer Stiftungsfläche in Radenbeck ein cleveres Pflegekonzept. Im Rahmen eines professionellen Motorsägen-Lehrgangs wurden gezielt Nadelhölzer entnommen, was zur ökologischen Aufwertung des Areals beiträgt. Die gefällten Bäume werden anschließend von Brennholzselbstwerbern abgeholt und weiterverwertet. Dieses Vorgehen bietet einen doppelten Vorteil: Die Teilnehmenden des Lehrgangs erhalten wertvolle praktische Erfahrung, während die Stiftung von einer kostenfreien Flächenpflege profitiert. So verbindet das Projekt sinnvoll Umweltschutz, Bildung und Ressourcennutzung.