Teichanlage Reppenstedt
Lage: Reppenstedt
Größe: 1 ha
Ausgangsbiotop: Teichanlage mit 5 Stillgewässern, teilweise in Verlandungsstadien, Wald
Entwicklungsziele: Wiederherstellung und ökologische Aufwertung einzelner Gewässer, Abflachung von Uferzonen, Entnahme von Nadelbäumen, Waldumbau, Waldrandentwicklung, Rückbau/Entsiegelung alter Elemente der Teichwirtschaft
im Besitz seit: 2023
Erweiterung I
Lage: nordwestlich angrenzend an die Teichwirtschaft
Größe: jeweils 10 Meter Randstreifen auf beiden Seiten des Baches Kranker Heinrich
Ausgangsbiotop: Acker und Intensivgrünland
Entwicklungsziel: Pufferzone zur Renaturierung des Kranken Heinrich
Im Besitz seit: 2025
Naturschutzprojekte auf der Fläche:
Projektabschluss Renaturierung des Kranken Heinrich
Mehrere Wochen lang waren auf der alten Teichwirtschaft in Reppenstedt Bagger und Kipper unterwegs, haben das Bachbett aufgeweitet, Rohre entfernt und Kies und Totholz für die Gestaltung des Bachbetts eingebracht.
Den letzten Schritt der Renaturierungsmaßnahmen übernahm Anfang Dezember die Klasse 8b der Wilhelm-Raabe-Schule aus Lüneburg.
Diese hatte beim LüneLauf 2025 in der Kategorie teilnehmerstärkste Klasse gewonnen und ihren Preis an das Projekt der Naturschutzstiftung gespendet.
Ein halbes Jahr später packten die Schüler und Schülerinnen nun auch tatkräftig mit an. Auf rund 200 Metern säten sie über 50 heimische Uferpflanzenarten, schnitten junge Pappeln zurück und sammelten Müll auf.
Der Geschäftsführer der Stiftung Ole Dierßen zeigte anschließend den Veranstaltern und Sponsoren des Laufs, wofür die Spenden eingesetzt wurden.
Der Kranke Heinrich wird wieder lebendig
Unser LüneLauf-Projekt 2025
Die Renaturierungsmaßnahmen, die wir mithilfe der Spenden aus dem LüneLauf 2025 umsetzen konnten, sind abgeschlossen.
Der Filmemacher Benedikt Wetterau hat diesen tollen Film für uns gedreht.
Neues Leben im Bach
Umsetzung der Renaturierungsmaßnahmen
Im hinteren Teil der Teichwirtschaft durchquert ein Bach, der Kranke Heinrich, unsere Stiftungsfläche. Dieser wurde bereits im späten 14. Jahrhundert zur Wasserversorgung der Saline und angrenzender Wohngebiete begradigt, tief eingeschnitten und teilweise verrohrt. Unter diesen Bedingungen fanden dort in der Vergangenheit nur wenige Tiere und Pflanzen einen Lebensraum.
Der LüneLauf 2025 und die gesammelten Spendengelder der Läufer:innen und Sponsoren ermöglichten nun die Umsetzung eines Naturschutzprojekts. Das Ziel: der Bach soll in sein ökologisches Gleichgewicht zurückfinden.
Im Oktober 2025 waren die Bedingungen zum Befahren der Fläche günstig und es wurden innerhalb eines Monats zahlreiche Maßnahmen umgesetzt:
- Neue Mäander: Mit dem Bagger wurde der Bachlauf neu geformt. Der Bach schlängelt sich wieder natürlich, fließt mal schneller, mal langsamer und schafft so mehr Lebensraum.
- Flache Ufer: Die hohen Uferkanten wurden abgetragen. Flachwasserzonen und Überschwemmungsbereiche entstehen – ideal für Amphibien und Libellen.
- Natürlicher Kies: 250 Tonnen Kies bringen Struktur, Laichplätze für Fische und filtern das Wasser.
- Totholz: Erlenstämme dienen als Strömungslenker und bieten Verstecke für Wasserbewohner.
- Grüne Pufferzonen: 10 Meter breite Randstreifen schützen den Bach vor Einträgen aus der Landwirtschaft und schaffen sichere Wanderwege durch den vielfältigen Uferbewuchs.
- Verrohrungen verschwinden: Zwei Überfahrten wurden zurückgebaut – der Bach fließt in diesem Abschnitt wieder frei.
- Magerstandort: Ein sonniger Sandbereich fördert Wildbienen und seltene Insekten.
MOVE-Lünelauf 2025: Gemeinsam für den „Kranken Heinrich“
Am 9. Mai 2025 organisierten der Lions Club Lüneburg-Ilmenau und der Ochtmisser Sportverein (OSV) den MOVE-Lünelauf – einen Benefizlauf für den Umweltschutz. In diesem Jahr war die Naturschutzstiftung erstmals als Projektpartnerin mit dabei.
Rund 750 engagierte Teilnehmer:innen, darunter erstmals 100 Kinder, spendeten ihr Startgeld für unser regionales Projekt. Mit der Unterstützung der Sparkasse Lüneburg und weiterer Sponsoren wurde eine Spendensumme von 13.500 Euro für die Renaturierung des „Kranken Heinrich“, einem stark veränderten Bach in Reppenstedt, gesammelt. „Diese Unterstützung ermöglicht es uns, den Bach auf unserer Stiftungsfläche ökologisch aufzuwerten und die Artenvielfalt in unserer Region zu stärken“, betont Ole Dierßen, Geschäftsführer der Naturschutzstiftung Landkreis Lüneburg.
Ziel des Projekts: Der „Kranke Heinrich“ soll wieder zu einem naturnahen Lebensraum werden. Durch die Renaturierung erhält der Bach seinen natürlichen, geschwungenen Verlauf zurück und schafft so wertvollen Lebensraum für heimische Tiere und Pflanzen. Die Umsetzung ist für den Herbst 2025 geplant.
Erfolg durch Gemeinschaft: Der Lauf war Teil der bundesweiten „Move-for-the-Planet“-Aktion der Lions Deutschland und brachte insgesamt 15.000 Euro ein.
Ein herzliches Dankeschön an alle Läufer:innen, Walker:innen und Unterstützer:innen, die mit ihrem Einsatz einen wichtigen Beitrag zum Naturschutz leisten!
Eindrücke vom LüneLauf 2025 (Fotograf John Wilke)
Schaffung von Flachwasserzonen und die Instandsetzung eines Mönchs
Schritt zwei bei der Renaturierung der Teichanlage (Sep.2024)
Im Frühjahr wurde auf der Teichanlage der standortuntypische Fichten- und Douglasienbestand entnommen, um die Belichtung der Gewässer zu optimieren und die Entwicklung von Laubholz im Umfeld der Gewässer zu fördern.
Bereits im Mai mussten wir feststellen, dass der Wasserstand im größeren Teich immer weiter absank. Bislang ließ sich der Wasserstand über ein Ablaufwerk, den Mönch, regulieren. Über die Jahre ist dieser jedoch marode geworden und nicht mehr dicht – mit der Folge, dass das Gewässer im Laufe des Sommers trockengefallen ist.
Da es sich um eine alte Teichwirtschaft handelt, wurden die Gewässer mit steilen Uferkanten angelegt, um den Bewuchs im Teich zu verringern, die Bedingungen zur Fischhaltung zu verbessern und insgesamt die Bewirtschaftung zu vereinfachen.
Im September waren die Bedingungen günstig, um die Reparatur des Mönchs in Angriff zu nehmen. Das Ablaufwerk wurde abgedichtet und somit die Wasserhaltung des Teiches wiederhergestellt. Außerdem wurden die steilen und befestigten südlichen und östlichen Uferpartien abgeflacht. Dadurch schufen wir Flachwasserzonen, welche nun folgende Vorteile mit sich bringen:
- Ansiedlung von Flachwasservegetation
- Schaffung von Laichablageplätzen für Amphibien
- Verbesserung der Gewässer-Zugänglichkeit für Amphibien
- Schnellere Wassererwärmung im Frühjahr (Voraussetzung für Ablaichung)
- Schaffung von Eiablageplätzen (Uferschlamm), Landeplätzen, Kletter und Versteckmöglichkeiten (für Larven) von Libellen
- Durch Schaffung eines breiten Übergangsbereichs zwischen Wasser- und Landlebensraum entstehen Nischen für ein breites Artenspektrum
- Insgesamt Verbesserung des ökologischen Zustands des Gewässers
Schweres Gerät für den Naturschutz
Erste Maßnahmen auf der Teichanlage (Februar 2024)
Zum Ausgang des Winters wurde in der Teichanlage Reppenstedt die erste Maßnahme zur Aufwertung der Fläche umgesetzt. Ein Holzvollernter fällte Fichten und Hybridpappeln. Diese wurden gepflanzt und gehören natürlicherweise nicht an diesen Standort. Die Entnahme der Bäume hat zur Folge, dass mehr Licht auf die Fläche und vor allem auf die Teiche fällt. Davon profitieren verschiedene Tierarten, v.a. Frösche, Kröten und Molche. Sie brauchen Wärme und Licht an den Gewässern für die Entwicklung ihres Nachwuchses.
Einige Hochstümpfe wurden als stehendes Totholz belassen. Die abgestorbenen, aber noch nicht umgefallenen Stämme können Habitat, Nahrungsquelle, Nistgelegenheit, Rückzugsgebiet, Sitzwarte usw. sein. Unter günstigen Klimabedingungen kann ein toter Baum noch jahrzehntelang stehen bleiben.
Außerdem wurde im Anschluss an die Arbeiten die Fläche von Unrat und Müll befreit- Farbdosen aus einem Teich gefischt, Scherben, Verpackungsmüll und Matratzen vor und aus der Hütte entfernt und die aufgebrochene Hütte sowie ein kleiner Geräteschuppen wieder verschlossen.
Zum Schutz der Natur möchten wir Sie bitten, die Fläche nicht zu betreten.