Teichanlage Reppenstedt

Lage: Reppenstedt

Größe: 1 ha

Ausgangsbiotop: Teichanlage mit 5 Stillgewässern, teilweise in Verlandungsstadien, Wald

Entwicklungsziele: Wiederherstellung und ökologische Aufwertung einzelner Gewässer, Abflachung von Uferzonen, Entnahme von Nadelbäumen, Waldumbau, Waldrandentwicklung, Rückbau/Entsiegelung alter Elemente der Teichwirtschaft

im Besitz seit: 2023

Erweiterung I

Lage: nordwestlich angrenzend an die Teichwirtschaft 

Größe: jeweils 10 Meter Randstreifen auf beiden Seiten des Baches Kranker Heinrich

Ausgangsbiotop: Acker und Intensivgrünland

Entwicklungsziel: Pufferzone zur Renaturierung des Kranken Heinrich

Im Besitz seit: 2025


Naturschutzprojekte auf der Fläche:

Expertenjury zu Gast am „Kranken Heinrich" in Reppenstedt

August 2026 - Renaturierungsprojekt in der Endrunde des Niedersächsischen Gewässerwettbewerbs

Am 19. August 2026 kam eine siebenköpfige Expertenjury nach Reppenstedt, um sich unser Renaturierungsprojekt „Kranker Heinrich" vor Ort anzusehen – eines von zwölf Projekten, die es in die Endrunde des Niedersächsischen Gewässerwettbewerbs „Bach im Fluss 2026" geschafft haben.

Geschäftsführer Ole Dierßen, Annette Brand vom Lions Club Lüneburg-Ilmenau und Sabine Plikat vom Ochtmisser SV stellten der Jury gemeinsam vor, wie aus einem begradigten, tief eingeschnittenen Bach durch die Renaturierung im Herbst 2025 wieder ein lebendiges Gewässer wurde – und wie viel lokales Engagement dahintersteckt: vom LüneLauf 2025, organisiert durch Lions Club und Ochtmisser Sportverein, über die Unterstützung durch die Sponsoren bis zur Klasse 8b der Wilhelm-Raabe-Schule, die eigenhändig Uferpflanzen einsäte.

„Der Kranke Heinrich zeigt eindrucksvoll, wie schnell sich der Lebensraum eines stark veränderten Baches erholen kann, wenn man ihm wieder Raum gibt", sagte Ole Dierßen bei der Vorstellung vor Ort. Auch Annette Brand betonte, wie wichtig ihr das Zusammenspiel aus lokalem Ehrenamt und fachlicher Naturschutzarbeit ist.

Das Ergebnis: Für die begehrte „Bachperle" hat es diesmal nicht gereicht. Trotzdem freuen wir uns sehr, dass unser Projekt zu den zwölf besten in Niedersachsen zählt. Die Maßnahme ist noch jung – jetzt heißt es beobachten und dem Bach Zeit geben, sich weiterzuentwickeln.

Mehr zur Entstehung des Projekts weiter unten.


Infotafeln aufgestellt

Juli 2026

Im Sommer haben wir an der alten Teichwirstchaft in Reppenstedt zwei neue Infotafeln aufgestellt.

Die Holzkonstruktionen stehen in einigem Abstand zueinander am Wiesenweg. Eine Tafel stellt die Teichwirtschaft und die ersten dort umgesetzten Maßnahmen vor. Diese Tafel wurde im Rahmen eines studentischen Praktikums von Maxima Emmann entwickelt.

Die zweite Tafel informiert über die Renaturierung des Kranken Heinrichs auf unserer Stiftungsfläche. Gestaltung und Druck dieser Tafel wurden durch eine Förderung der Sparkasse Lüneburg ermöglicht.


Projektabschluss Renaturierung des Kranken Heinrich

Dezember 2025

Mehrere Wochen lang waren auf der alten Teichwirtschaft in Reppenstedt Bagger und Kipper unterwegs, haben das Bachbett aufgeweitet, Rohre entfernt und Kies und Totholz für die Gestaltung des Bachbetts eingebracht.

Den letzten Schritt der Renaturierungsmaßnahmen übernahm Anfang Dezember die Klasse 8b der Wilhelm-Raabe-Schule aus Lüneburg.
Diese hatte beim LüneLauf 2025 in der Kategorie teilnehmerstärkste Klasse gewonnen und ihren Preis an das Projekt der Naturschutzstiftung gespendet.

Ein halbes Jahr später packten die Schüler und Schülerinnen nun auch tatkräftig mit an. Auf rund 200 Metern säten sie über 20 heimische Uferpflanzenarten, schnitten junge Pappeln zurück und sammelten Müll auf. 

Der Geschäftsführer der Stiftung Ole Dierßen zeigte anschließend den Veranstaltern und Sponsoren des Laufs, wofür die Spenden eingesetzt wurden. 


Der Kranke Heinrich wird wieder lebendig

Unser LüneLauf-Projekt 2025

Die Renaturierungsmaßnahmen, die wir mithilfe der Spenden aus dem LüneLauf 2025 umsetzen konnten, sind abgeschlossen.

Der Filmemacher Benedikt Wetterau hat diesen tollen Film für uns gedreht.


Neues Leben im Bach

Oktober 2025 - Umsetzung der Renaturierungsmaßnahmen

Im hinteren Teil der Teichwirtschaft durchquert ein Bach, der Kranke Heinrich, unsere Stiftungsfläche. Dieser wurde bereits im späten 14. Jahrhundert zur Wasserversorgung der Saline und angrenzender Wohngebiete begradigt, tief eingeschnitten und teilweise verrohrt. Unter diesen Bedingungen fanden dort in der Vergangenheit nur wenige Tiere und Pflanzen einen Lebensraum.
Der LüneLauf 2025 und die gesammelten Spendengelder der Läufer:innen und Sponsoren ermöglichten nun die Umsetzung eines Naturschutzprojekts. Das Ziel: der Bach soll in sein ökologisches Gleichgewicht zurückfinden.

Im Oktober 2025 waren die Bedingungen zum Befahren der Fläche günstig und es wurden innerhalb eines Monats zahlreiche Maßnahmen umgesetzt:

  • Neue Mäander: Mit dem Bagger wurde der Bachlauf neu geformt. Der Bach schlängelt sich wieder natürlich, fließt mal schneller, mal langsamer und schafft so mehr Lebensraum.
     
  • Flache Ufer: Die hohen Uferkanten wurden abgetragen. Flachwasserzonen und Überschwemmungsbereiche entstehen – ideal für Amphibien und Libellen.
     
  • Natürlicher Kies: 250 Tonnen Kies bringen Struktur, Laichplätze für Fische und filtern das Wasser.
     
  • Totholz: Erlenstämme dienen als Strömungslenker und bieten Verstecke für Wasserbewohner.
     
  • Grüne Pufferzonen: 10 Meter breite Randstreifen schützen den Bach vor Einträgen aus der Landwirtschaft und schaffen sichere Wanderwege durch den vielfältigen Uferbewuchs.
     
  • Verrohrungen verschwinden: Zwei Überfahrten wurden zurückgebaut – der Bach fließt in diesem Abschnitt wieder frei.
     
  • Magerstandort: Ein sonniger Sandbereich fördert Wildbienen und seltene Insekten.

MOVE-Lünelauf 2025: Gemeinsam für den „Kranken Heinrich“

Mai 2025

Am 9. Mai 2025 organisierten der Lions Club Lüneburg-Ilmenau und der Ochtmisser Sportverein (OSV) den MOVE-Lünelauf – einen Benefizlauf für den Umweltschutz. In diesem Jahr war die Naturschutzstiftung erstmals als Projektpartnerin mit dabei.

Rund 750 engagierte Teilnehmer:innen, darunter erstmals 100 Kinder, spendeten ihr Startgeld für unser regionales Projekt. Mit der Unterstützung der Sparkasse Lüneburg und weiterer Sponsoren wurde eine Spendensumme von 13.500 Euro für die Renaturierung des „Kranken Heinrich“, einem stark veränderten Bach in Reppenstedt, gesammelt. „Diese Unterstützung ermöglicht es uns, den Bach auf unserer Stiftungsfläche ökologisch aufzuwerten und die Artenvielfalt in unserer Region zu stärken“, betont Ole Dierßen, Geschäftsführer der Naturschutzstiftung Landkreis Lüneburg.

Ziel des Projekts: Der „Kranke Heinrich“ soll wieder zu einem naturnahen Lebensraum werden. Durch die Renaturierung erhält der Bach seinen natürlichen, geschwungenen Verlauf zurück und schafft so wertvollen Lebensraum für heimische Tiere und Pflanzen. Die Umsetzung ist für den Herbst 2025 geplant.

Erfolg durch Gemeinschaft: Der Lauf war Teil der bundesweiten „Move-for-the-Planet“-Aktion der Lions Deutschland und brachte insgesamt 15.000 Euro ein. 

Ein herzliches Dankeschön an alle Läufer:innen, Walker:innen und Unterstützer:innen, die mit ihrem Einsatz einen wichtigen Beitrag zum Naturschutz leisten!


Schaffung von Flachwasserzonen und die Instandsetzung eines Mönchs

September 2024 - Schritt zwei bei der Renaturierung der Teichanlage

Im Frühjahr wurde auf der Teichanlage der standortuntypische Fichten- und Douglasienbestand entnommen, um die Belichtung der Gewässer zu optimieren und die Entwicklung von Laubholz im Umfeld der Gewässer zu fördern.

Bereits im Mai mussten wir feststellen, dass der Wasserstand im größeren Teich immer weiter absank. Bislang ließ sich der Wasserstand über ein Ablaufwerk, den Mönch, regulieren. Über die Jahre ist dieser jedoch marode geworden und nicht mehr dicht – mit der Folge, dass das Gewässer im Laufe des Sommers trockengefallen ist.

Da es sich um eine alte Teichwirtschaft handelt, wurden die Gewässer mit steilen Uferkanten angelegt, um den Bewuchs im Teich zu verringern, die Bedingungen zur Fischhaltung zu verbessern und insgesamt die Bewirtschaftung zu vereinfachen.

Im September waren die Bedingungen günstig, um die Reparatur des Mönchs in Angriff zu nehmen. Das Ablaufwerk wurde abgedichtet und somit die Wasserhaltung des Teiches wiederhergestellt. Außerdem wurden die steilen und befestigten südlichen und östlichen Uferpartien abgeflacht. Dadurch schufen wir Flachwasserzonen, welche nun folgende Vorteile mit sich bringen:

  • Ansiedlung von Flachwasservegetation
  • Schaffung von Laichablageplätzen für Amphibien
  • Verbesserung der Gewässer-Zugänglichkeit für Amphibien
  • Schnellere Wassererwärmung im Frühjahr (Voraussetzung für Ablaichung)
  • Schaffung von Eiablageplätzen (Uferschlamm), Landeplätzen, Kletter und Versteckmöglichkeiten (für Larven) von Libellen
  • Durch Schaffung eines breiten Übergangsbereichs zwischen Wasser- und Landlebensraum entstehen Nischen für ein breites Artenspektrum
  • Insgesamt Verbesserung des ökologischen Zustands des Gewässers

Schweres Gerät für den Naturschutz

Februar 2024 - Erste Maßnahmen auf der Teichanlage

Zum Ausgang des Winters wurde in der Teichanlage Reppenstedt die erste Maßnahme zur Aufwertung der Fläche umgesetzt. Ein Holzvollernter fällte Fichten und Hybridpappeln. Diese wurden gepflanzt und gehören natürlicherweise nicht an diesen Standort. Die Entnahme der Bäume hat zur Folge, dass mehr Licht auf die Fläche und vor allem auf die Teiche fällt. Davon profitieren verschiedene Tierarten, v.a. Frösche, Kröten und Molche. Sie brauchen Wärme und Licht an den Gewässern für die Entwicklung ihres Nachwuchses.

Einige Hochstümpfe wurden als stehendes Totholz belassen. Die abgestorbenen, aber noch nicht umgefallenen Stämme können Habitat, Nahrungsquelle, Nistgelegenheit, Rückzugsgebiet, Sitzwarte usw. sein. Unter günstigen Klimabedingungen kann ein toter Baum noch jahrzehntelang stehen bleiben.

Außerdem wurde im Anschluss an die Arbeiten die Fläche von Unrat und Müll befreit- Farbdosen aus einem Teich gefischt, Scherben, Verpackungsmüll und Matratzen vor und aus der Hütte entfernt und die aufgebrochene Hütte sowie ein kleiner Geräteschuppen wieder verschlossen.

Zum Schutz der Natur möchten wir Sie bitten, die Fläche nicht zu betreten.